Knife + Heart

Yann Gonzalez, FR, 2018
102 min., OmdU
Spielfilm
Wilder Genre-Mix aus blutigem Giallo-Schlitzer, düsterem Psycho-Thriller und frivolem Erotik-Melodram. Und zugleich liebevolle Hommage an das französische Schwulenporno- und Undergroundkino der 70er Jahre. „Atmet Argento durch jede Pore!“ (Der Tagesspiegel) „Eine grandiose Liebeserklärung an das Kino!“ (Liberation)
Paris 1979. Für die Regisseurin Anne könnte es besser laufen: Den Darstellern ihrer Schwulenpornos fehlt es an Elan, die Beziehung zu ihrer Geliebten und Cutterin ist in die Brüche gegangen und zu allem Übel treibt ein maskierter Killer sein Unwesen in ihrer unmittelbaren Umgebung. Dieser tötet seine Opfer mithilfe eines großen, schwarzen Dildos, aus dessen Spitze bei Bedarf eine Messerklinge schießt. Als Anne beginnt diese dramatischen Geschehnisse in ihre Filme einzubauen, erntet sie aus ihrem Umfeld nicht nur Lorbeeren, denn die Opfer sind ehemalige Freunde und Crew-Mitglieder.  Unterdessen werden die Kreise, die der Killer zieht, zunehmend enger und es stellt sich für alle die gleiche Frage: Wer ist als nächstes dran?

Wenn Regisseur Yann Gonzalez eine Hommage an das italienische Slasher-Subgenre Giallo dreht und in den Kontext eines queeren Porno-Milieus packt, dann kann das nur interessant werden. Und tatsächlich ist MESSER IM HERZ noch viel mehr als das! Mit einer stylishen Farbgestaltung, einem atmosphärischen Soundtrack, den zwischen kitschig und absurd zu verortenden Dialogen und der großartigen Hauptdarstellerin schuf der Regisseur mit seinem zweiten Spielfilm eine kleine Sternstunde am Firmament des düsteren Queer-Kinos. (Julian Stockinger)

„Ein irrer Mix aus Slasher, Komödie, schwulem Emanzipationskino und erotischer Fantasie!“ ( Le Monde)
 
„Wer keine Berührungsängste mit den Sujets hegt und sich auf diesen Neo(n)-Giallo einlassen kann, erlebt eine sinnliche Achterbahnfahrt durch einen dunkelbunten Untergrund, geprägt von Sex, Drugs und Synthesizer-Sounds. Genre-Enthusiasten werden Zeuge eines ehrfürchtigen Tributzolls und aufgeschlossene Cineasten erhalten eine passioniert formulierte Einladung, unbekannte Filmwelten zu erforschen. Kunstvoller Kitsch mit viel Gespür für seine Inspirationsquellen.“ (Daniel Krunz von Film plus Kritik)

„Sein Film ist ein Balanceakt zwischen Fantasie, Perversion und Realität, mit viel Lust an der Übertreibung, die bisweilen so überbordend ist, dass man zwischen der Trashigkeit der gezeigten Film-im-Film-Exzerpte und der eigentlichen Handlung häufig nicht so recht unterscheiden kann.“ (kino-zeit.de)


„Messer im Herz entwirft eine knallige Utopie der 1970er Jahre, samt Serienmörder und Vanessa Paradis als Porno-Queen. […] Die erst langsam einsickernde emotionale Wucht bereitet der Film sehr bewusst über historische (Genre-)Verweise vor und gibt ihr Anker mit einem Cast, der etwa mit Jacques Nolot und Bertrand Mandico selbst Anspielung ist auf die ältere und jüngere Geschichte queeren französischen Kinos.“ (critic.de)