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MASKING THRESHOLD

Johannes Grenzfurthner AT, 2021
90 min., OmdU
#de Ein unter Phantomgeräuschen leidender Informatiker kapselt sich in seinem Zimmer von der Welt ab, um seiner Erkrankung auf die Schliche zu kommen. Johannes Grenzfurthner inszeniert das folgende Ich-Experiment als eskalierendes Horror-YouTube-Video und hinterfragt das moderne Nerdtum und die Unerträglichkeit des Seins. Ein unendlicher Fall, eine Dauerbeschallung, ein Klagelied. Ein Film wie eine Teufelsleiter in das Gefängnis unserer Zeit.

#en Conducting a series of experiments in his makeshift home-lab, a skeptic IT worker tries to cure his harrowing hearing impairment. But where will his research lead him? Masking Threshold combines a chamber play, a scientific procedural, an unpacking video, and a DIY YouTube channel while suggesting endless vistas of existential pain and decay. Glimpse the world of the nameless protagonist in this eldritch tale, which is by no means for the faint of heart.

EO

Jerzy Skolimowski PL/IT, 2022
88 min., OmdU
Die Welt ist ein geheimnisvoller Ort, wenn man sie mit den Augen eines Tieres betrachtet. Balthazar ist ein grauer Esel mit melancholischen Augen und begegnet auf seinem Lebensweg guten und schlechten Menschen, erlebt Freude und Schmerz, erträgt das Glücksrad, das sein Glück in Unglück und seine Verzweiflung in unerwartete Glückseligkeit verwandelt. Doch nicht einmal für einen Moment verliert er seine Unschuld.

+++ Großer Preis der Jury in Cannes, Sieger Bester Soundtrack in Cannes, Sieger Best Original Score bei den European Film Awards, sowie nominiert für die Beste Regie +++

TRIANGLE OF SADNESS

Ruben Östlund SE/DE/FR/GB, 2022
147 min., OmdU
Mit sorgsam inszenierten Instagramfotos nehmen die Models Carl und Yaya ihre Follower auf eine Reise durch ihre perfekte (Mode-)Welt mit – und zwar rund um die Uhr. Als das junge Paar die Einladung zu einer Luxuskreuzfahrt annimmt, treffen sie an Bord der Megayacht auf russische Oligarchen, skandinavische IT-Milliardäre, britische Waffenhändler, gelangweilte Ehefrauen und einen Kapitän, der im Alkoholrausch Marx zitiert. Zunächst verläuft der Törn zwischen Sonnenbaden, Smalltalk und Champagnerfrühstück absolut selfietauglich. Doch während des Captain’s Dinners zieht ein Sturm auf und das Paar findet sich auf einer einsamen Insel wieder, zusammen mit einer Gruppe von Milliardären und einer Reinigungskraft des Schiffes. Plötzlich ist die Hierarchie auf den Kopf gestellt, denn die Reinigungskraft ist die Einzige, die Feuer machen und fischen kann.

HALLELUJAH: LEONARD COHEN, A JOURNEY, A SONG

Daniel Geller Dayna Goldfine US, 2021
116 min., OmdU
Die ultimative Doku über Leonard Cohen war ein Höhepunkt des Filmfestivals Venedig und der Viennale 2021. Und er wählt einen ungewöhnlichen Einstieg in das Leben und Werk des legendären kanadischen Songpoeten: Seine weltbekannte Hymne „Hallejuha“ dient als Prisma, durch die sein Leben, seine Karriere und sein künstlerische Vision gezeigt wird.

Ursprünglich wollte keine Plattenfirma den Song veröffentlichen, Bob Dylan und Jeff Buckley halfen mit, ihn in den USA bekannt zu machen und schließlich wurde er zum Welthit und einem der meist gecoverten Lieder der Popgeschichte.

THE MENU

Mark Mylod US, 2022
107 min., OmdU
Auf einer abgelegenen Insel lädt ein enigmatischer Koch (Ralph Fiennes) zu einem opulenten Mahl ein. Unter den Gästen befindet sich auch eine junge Frau (Anya Taylor-Joy), die zusammen mit ihrem Freund (Nicholas Hoult) angereist ist und schnell merkt, dass sich hinter der Fassade des extravaganten Restaurants mehr verbirgt als es auf den ersten Blick scheint...

AFTERSUN

Charlotte Wells GB/US, 2022
102 min., OmdU
Ein geschiedener Vater und seine elfjährige Tochter Sophie machen Ende der 1990er Jahre Urlaub in der Türkei – mit dabei: die neuerworbene Videokamera. Sie wird zur Bewahrerin dieses vielleicht letzten Zusammenseins. Die beiden genießen die Zeit, liegen am Strand, gehen schnorcheln, Sophie erkundet die Welt der Teenager. Und obwohl eine Aura von Scheitern und Traurigkeit den Vater umgibt, ist seine innige Zuwendung ebenso unübersehbar wie ihrer beider Wunsch, die Reise möge gelingen. Die anrührende Erzählung kulminiert in einer Szene, die die heutige Sophie, zuvor nur blitzlichtartig eingeblendet, tanzend mit ihrem kindlichen Ich und dem Vater vereint. (Barbara Kronsfoth / VIENNALE'22)

VERA

Tizza Covi Rainer Frimmel AT, 2022
115 min., OmdU (italienisch)
Die Schauspielerin Vera Gemma lebt im Schatten ihres berühmten verstorbenen Vaters, dem Italowestern-Darsteller Giuliano Gemma. Sie treibt durch die römische High Society, unzähliger Schönheitsoperationen und oberflächlicher Beziehungen überdrüssig. Als sie nach einem Autounfall den dabei verletzten Sohn einer Arbeiterfamilie ins Herz schließt, entfaltet sich eine so faszinierende wie tragische Moralparabel, die einmal mehr versucht, das Reiche mit dem Armen, das Verlorene mit dem Gefundenen zu einen. Dass Widersprüche nicht nur zugelassen, sondern umarmt werden, offenbart den zärtlichen Humanismus des Films.