GLÜCKLICH WIE LAZZARO

Alice Rohrwacher, I/F/CH/D, 2018
126 min., OmU
Spielfilm

Termine

15.12.2018 | 20:00
Kleiner Saal
16.12.2018 | 16:30
Kleiner Saal
18.12.2018 | 17:30
Kleiner Saal
Inviolata, ein abgeschiedenes Landgut im italienischen Nirgendwo. Hier herrscht die Marquesa Alfonsina de Luna mit harter Hand über ihre Landarbeiter. Lazzaro ist einer von ihnen, ein junger Mann, so gutmütig, duldsam und unschuldig, dass man ihn für einfältig halten könnte. Eines Tages kommt Tancredi nach Inviolata, Sohn der Marquesa, der an seiner Mutter so sehr leidet wie am Landleben. Zwischen Tancredi und Lazzaro entwickelt sich eine seltsame, ungleiche Freundschaft, die erste in Lazzaros Leben. Anfangs noch zart und unbeholfen, wird sie die Zeit überdauern, auch die alles auseinander sprengenden Folgen des „Großen Betrugs“, die Lazzaro auf der Suche nach Tancredi in die große Stadt führen wird.
Ein paar Dutzend Bauern und Landarbeiter schuften unter der Herrschaft der Marchesa auf einem abgeschiedenen Stückchen Land. Sie wissen nicht, dass ihre Versklavung längst illegal ist, so wie unklar bleibt, wann und wo genau sie ihre Fronarbeit verrichten müssen. Lazzaro, der Glückliche, ist einer von ihnen. Und eines Tages wird er womöglich auferstehen, wie sein biblisches Vorbild, wird sich wiederfinden in einer anderen Zeit mit anderen Ausbeutungsmechanismen.

Seine Geschichte ist ein Märchen oder ein Mythos, zwischen Erde und Himmel, zwischen Magie und Realismus. „Überbordend italienisch, wie schon lange kein Film mehr. Das gibt dem Film dieses große Atmen, dieses Gefühl, man finde darin für kurze Zeit eine Heimat, werde daraus vertrieben, und nehme die Erinnerung daran aber mit nach Hause. Paradox, sentimental, verspielt und wirkungsvoll.“ (Sennhausers Filmblog)

„In GLÜCKLICH WIE LAZZARO begegnet uns eine Hauptfigur, wie uns in unserem Kinoleben noch nie eine Hauptfigur begegnet ist, in keinem Film, aus keinem Land, zu keiner Zeit.“ (Die Welt)

„Ausgehend von einer wahren Begebenheit verbindet Alice Rohrwachers märchenhaftes Sozialdrama „Kapitalismuskritik und Kinopoesie.“ (Frankfurter Rundschau)

„Alice Rohrwacher erzählt in ihrem wunderbaren Film GLÜCKLICH WIE LAZZARO eine eigenwillige Heiligengeschichte, die aus der Zeit gefallen scheint, aber doch das Herz der Gegenwart trifft. GLÜCKLICH WIE LAZZARO ist der nächste Schritt im Werk dieser großartigen, erst 36 Jahre alten Filmemacherin, ein Gleichnis auf eine lange Geschichte der Unterdrückung und der sozialen Ungleichheit in Italien und der Welt überhaupt, im Geiste Pier Paolo Pasolinis.“ (Süddeutsche Zeitung)