TRANSIT

Christian Petzold, DE/FR, 2018
102 min., OmU (franz./dt.)
Spielfilm
In seinem neuen Film "Transit" wagt Christian Petzold ein so einfaches wie verblüffendes Experiment: Er inszeniert Anna Seghers gleichnamigen Roman über eine Gruppe Deutscher, die 1941 von Marseille aus vor den Nazis nach Amerika fliehen wollen, im Marseille der Gegenwart - ohne historische Staffage, aber mit vielen Querbezügen zu Totalitarismus, Flucht und Verfolgung gestern und heute.
Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg, deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: Ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft.

In Marseille darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Visa für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht, Transitvisa, die raren Tickets für die Schiffspassage. Georg erinnert sich der Papiere Weidels und nimmt dessen Identität an. Er taucht ein in die ungefähre Existenz des Transits. Flüchtlingsgespräche in den Korridoren des kleinen Hotels, der Konsulate, in den Cafés und Bars am Hafen. Er freundet sich mit Driss an, dem Sohn seines auf der Flucht gestorbenen Genossen Heinz. Wozu weiterreisen? Lässt sich anderswo ein neues Leben beginnen?

Alles verändert sich, als Georg die geheimnisvolle Marie trifft und sich in sie verliebt. Ist es Hingabe oder Berechnung, die sie ihr Leben vor der Weiterreise mit dem Arzt Richard teilen lässt, während sie gleichzeitig auf der Suche nach ihrem Mann ist? Der, so erzählt man, sei in Marseille aufgetaucht, in Besitz eines mexikanischen Visums für sich und seine Frau.

In seinem neuen Film "Transit" wagt Christian Petzold ein so einfaches wie verblüffendes Experiment: Er inszeniert Anna Seghers gleichnamigen Roman über eine Gruppe Deutscher, die 1941 von Marseille aus vor den Nazis nach Amerika fliehen wollen, im Marseille der Gegenwart - ohne historische Staffage, aber mit vielen Querbezügen zu Totalitarismus, Flucht und Verfolgung gestern und heute. (spiegel)

"Im Transit zu sein, bedeutet nirgendwo zu sein, nicht verwurzelt zu sein, zu etwas oder irgendwem zu gehören. Man ist in einem Zwischenstadium gefangen. Ohne Vergangenheit, nur mit der hoffnungsvollen Ahnung einer Zukunft und verdammt dazu, im Hier und Jetzt auszuharren, aber ohne wirkliche Anwesenheit. Genau dieses Gefühl vermittelt Christian Petzolds Film Transit,..." (kino-zeit.de)

TRANSIT feierte im Wettbewerb um den Goldenen Bären der Berlinale 2018 seine Weltpremiere.