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NATASHA
Ulli Gladik, A/BG 2008, OmU, Beta SP, 84 min.

DREHBUCH / KAMERA: Ulli Gladik  SCHNITT: Karin Hammer  SOUND DESIGN: Oliver Werbach  PRODUKTION: Ulli Gladik

 

Ulli Gladik hat Natasha beim Betteln in Graz kennen gelernt und sie nach vielen Gesprächen in ihre Heimatstadt Bresnik, einen ehemaligen Industriestandort in der Nähe von Sofia, begleitet. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren besucht sie, Kamerafrau und Regisseurin in Personalunion, Natasha in Bulgarien und Österreich und zeichnet das Leben der jungen Frau auf: ihre Reisen und ReisegefährtInnen, ihre Arbeit als Bettlerin, das Grazer Quartier, ihr Umgang mit der (nicht nur physisch spürbaren) Kälte, ihr Familienleben und ihren Alltag in Bulgarien.

 

Klischees, die wir über BettlerInnen aus dem ehemaligen Ostblock im Hinterkopf haben, lösen sich Bild für Bild  auf. Natasha ist auch nicht anders als wir, manchmal fröhlich, manchmal traurig, mal verliebt oder deprimiert. Der Abschied von ihrem 10-jährigen Sohn Vasko ist routiniert und doch voll Schmerz. Natashas Eltern, Geschwister und ihr Sohn leben mehr recht als schlecht von Natashas „Handwerk". Arbeitsplätze gibt es kaum. Die ehemaligen staatlichen Fabriken und Kolchosen dienen nun den AltmetallsammlerInnen, die mühsam Drahtreste und Metallabfälle zusammen suchen und um ein paar Cent verkaufen. Nach dem Ende des Realsozialismus ist Natashas Familie an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Zu jung um in Pension zu gehen, ohne Aussicht auf einen Arbeitsplatz und praktisch ohne Perspektiven versucht die Familie, mit Natashas erbettelten Geld das Leben in ihrem Haus, das seit Jahrzehnten im Rohbau ist, erträglich zu gestalten.

 

Die von Hand geführte Kamera erzeugt große Nähe, verliert nie den Respekt vor dem Menschen und läßt sich nicht auf billigen Voyeurismus ein. Keinesfalls will das Gefühl vermittelt werden, Mitleid mit Natasha haben zu müssen, denn sie ist stark und selbstbewusst, lacht und kämpft, weiß Feste zu feiern und sich zu helfen. Gegen Ende des Films wird klar, wie sehr Natashas Hoffnung, dass ihr Sohn Vasko es dank des Geldes schaffen möge, über ihre eigene Hoffnungslosigkeit hinaus zu wachsen, Motor für ihre Bettelfahrten ist. (Ursula Sova)

 

 

ein ganz bemerkenswertes, respektgebietendes Porträt (Der Standard)

 

Es gelingt ihr [der Regisseurin] in weniger als zwei Stunden die Mechanismen der Diskriminierung aufzudecken und ein berührendes Portrait einer mutigen bulgarischen Frau zu zeichnen. (Sabina Zwitter, Heimat fremde Heimat)

 

Gladik schafft es auf ganz beeindruckende Weise, Verständnis zu erwecken, ohne dabei Mitleid zu erhaschen. Es ist dieses sehen und verstehen lernen, dass "Natasha" zu einem sehr bedeutsamen Film macht... (Christoph Hartner/ Martin Gasser, Steirerkrone)

 

Ulli Gladiks exzellenter Dokumentarfilm berührt durch seine Unsentimentalität. (Kleine Zeitung)

 

 

Spendenkonto für die Protagonistin:  BA-CA 12000, 50156 041 137 lautend auf Natasha Kirilova
 

 

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