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LA MOSQUITERA (The Mosquito Net)
Agustí Vila, Spanien 2010, OmeU, 35mm, 95 min.
DREHBUCH
Agusti Vila KAMERA
Neus Ollé SCHNITT
Martí Roca MUSIK
Alfons Conde MIT
Emma Suárez, Eduard Fernández, Àlex Batllori, Geraldine Chaplin, Martina García, u.a. (Originalsprache: Katalanisch, Spanisch)
KINOSTART
Auf den ersten Blick sind Miquel, Alícia und ihr 15-jähriger Sohn Lluís eine gut situierte katalanische Familie. Bei genauerem Hinsehen ist das familiäre Zusammenleben eine Fassade mit tiefen Rissen. Die Eltern vermeiden eifrig, sich das Scheitern ihrer Ehe einzugestehen. Der Sohn spricht nicht viel, bringt stattdessen herrenlose Hunde und Katzen mit nach Hause und nimmt Drogen. Die Situation gerät aus dem Lot, als Miquel beginnt, der jungen kolumbianischen Putzfrau Ana Avancen zu machen, und Alícia anfängt, sich auf den Flirt mit Sergi, dem Klassenkameraden ihres Sohnes, einzulassen. Alícias Schwester Raquel will nur das Beste für ihre kleine Tochter, richtet jedoch mit ihren extremen Erziehungsmethoden viel Schaden an. Ein Besuch bei Miquels unnahbarem Vater und seiner an Alzheimer erkrankten Mutter verrät viel über die dysfunktionalen Familienstrukturen, in denen die Protagonisten gefangen sind.
Diese Komödie über die Unmöglichkeit der Tragödie ist ein Wechselbad der Gefühle, das in meisterhaften, unterkühlten Bildern von den Traumata einer Familie erzählt. Befreiende Momente gewährt Agustí Vila immer dann, wenn er mit geschickter Montage den trockenen Humor in der Hilflosigkeit seiner Protagonisten zeigt oder wenn er die großartige Emma Suarez wie ein Katalysator in jeder ihrer Szenen die Emotionalität ausstrahlen lässt, die dieser Familie am Abgrund so sehr fehlt. Einen denkwürdigen Auftritt in diesem Ensemble präzise und schonungslos agierender Darsteller hat die große Geraldine Chaplin.
In unterkühlten Bildern hält der spanische Regisseur Agustí Vila dysfunktionale Familienstrukturen fest, bettet die Hilflosigkeit seiner Protagonisten auf staubtrockenen Humor, um seinen Ensemble-Film schließlich mit einem herausragendem Auftritt der wunderbaren Geraldine Chaplin zu krönen. Caramba. Das Leben nimmt einen eben manchmal auf die Hörner.
(Kronen Zeitung)
Nicht nur atmospärisch erinnert LA MOSQUITERA an griechische Zeitgenossen wie DOGDOOTH oder ATTENBERG... Ein merkwürdig fesselnder Film.
(Der Standard)
Buñuel und Almodovar lugen um die Ecke, wenn hier Familie seziert wird... Ein Geheimtipp.
(Die Furche)
AUSZEICHNUNGEN
Karlovy Vary IFF 2010
- Crystal Globe, Don Quijote Award
Valladolid IFF 2010
- Beste Darstellerin, Bester Film
Ibero American FF 2011
- "La Navaja de Buñuel" Award
Gaudí Awards 2011
- Bester Hauptdarsteller
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